Iran 2018

Rundreise

Tag 1

Shab bekheir!
Das ist Farsi und bedeutet "Gute Nacht". Ein fraglicher Anfang für den ersten Blogbeitrag, schließlich soll ja von euch darüber keiner einschlafen aber ich bin nach einer langen Reise und 2,5 h Zeitverschiebung (später als Deutschland) dementsprechend müde. Nachdem die Deutsche Bahn sich mit einer technischen Störung bei Nürnberg mal wieder Freunde gemacht und mich in leichte Panik versetzt hat (danke dafür!) bin ich aber noch rechtzeitig am Flughafen Frankfurt angekommen. Mit dem Kopftuch griffbereit ging es direkt weiter in den Flieger, umringt von Iranern habe ich fleißig versucht, Mitglieder meiner Reisegruppe zu spotten. Die Vermutung bezüglich des Ehepaares "Softshelljacke und Deuter Rucksack" war zwar leider falsch, dafür war aber jemand so nett sich das Schildchen der Reiseorganisation so wie ich an den Rucksack zu hängen. So habe ich den ersten Verbündeten für die Ankunft in Teheran gefunden, mit dem ich dann den Rest der 10köpfigen Gruppe am Imam Khomeini Airport treffe. Der gute Mann wird einem hier noch oft begegnen, nicht zuletzt als es durch die Nacht, vorbei an seinem Mausoleum, nach Teheran geht.
Unser Reiseführer Reza brieft uns in Sachen Geld, ich bin jetzt stolzer Besitzer von mehreren Millionen Rial. Rechnen kann ich damit trotzdem nicht (Oh Wunder), mein Sitznachbar hatte aber Mathe Leistungskurs (Gott sei Dank!).
Nach einer Stunde "Org und Besorg" erreichen wir unser Hotel, fast im Zentrum Teherans gelegen. Es ist nicht halb so schlimm wie ich gedacht habe und im Kollektiv warten wir auf das WLAN Passwort. Hier darf man definitiv nicht ungeduldig sein habe ich gelernt. Weitere Erkenntnisse: Iraner hupen durchgehend (hier gibt's mit Sicherheit keine Geldstrafe dafür...), sie haben coole Countdowns an Ampeln (wahrscheinlich Senkung des, durch Hupen verursachten, Aggressionspotentials) und der Begriff Kopftuch ist sehr dehnbar. Morgen werde ich auf den Look "Tuch im Nacken" umsteigen, sehr angesagt hier!
Ich fühle mich hier auf Anhieb unglaublich wohl. Das "Fremdeln", das man am ersten Abend mit einem Land manchmal hat bleibt komplett aus, ich freue mich darüber und noch mehr freue ich mich auf die kommenden zwei Wochen. Morgen wird dann hoffentlich eine SIM Karte gekauft, bevor es am Mittag nach Hamadan geht.Ich freue mich über jeden, der hier mitliest! Herzlich Willkommen und für mich heißt es endlich
shab bekheir! :)


Tag 2

Der heutige Tag begann um 7 Uhr morgens, nach dem Frühstück wagten sich ein Mitreisender und meine Wenigkeit durch Teherans Straßenverkehr zu einem Palast (Bild 2), bevor wir zum UNESCO Weltkulturerbe Golestan Palast aufbrachen. Der Palast besteht eigentlich aus mehreren Palästen, ist relativ neu und doch kann man sich nicht entscheiden wo man zuerst hinschauen soll. Die Fliesen, der Thronsaal mit den Spiegeln und die Gärten sind überwältigend, genauso wie der gigantische Bazar Teherans (aus Angst um mein Handy gibt es hier leider keine Bilder). Oh, und ich habe weitere Erkenntnisse über Iraner getroffen: Sie lieben Picknick. Und zwar abgöttisch. Auf jedem noch so kleinen Rasenfleck (notfalls tut es auch ein Autobahnkreisel) sitzen Familien beim Picknick. Lieblingsbeschäftigung Nr. 2? Zelten! In den Stadtparks, so sparen sie sich die Hotelkosten (warum mache ich das eigentlich nicht auch?), die "Zelten Verboten" Schilder werden aus Protest besonders umzeltet. Ich mag diese Mentalität! 
Nach der Fahrt nach Hamadan, einem Besuch der Grandschnāme (Inschriften im Fels nahe Wasserfall, top Ausflugsziel für weitere Picknickfans) geht es zum Abendessen und ins nächste Hotel. Eine SIM Karte habe ich immer noch nicht, bin aber zuversichtlich. Jetzt geht es, verwöhnt von überraschendem 5 Sterne Luxus raus aus dem Kopftuch und den gefühlten 1000 Schichten die meine weiblichen Formen verdecken sollen und rein in die Dusche. Ich wünsche eine gute Nacht! 


Tag 3

Nach einem melonenhaltigen Frühstück geht es direkt an den iranischen Zelten vorbei zum Mausoleum von Avicenna, mitten in Hamadan gelegen. In der frischen und noch kühlen Morgenluft genießen wir den kleinen persischen Garten darum herum. Anschließend in ein jüdisches Mausoleum von Ester und Mordechay. Der Eingang dieser Einrichtung ist ungefähr hüfthoch, sodass man sich beim Eintreten verneigen muss. Reza hat uns vorgewarnt, dass in diesem Mausoleum eine sehr eigentümliche Gestalt das Sagen hat, die wahlweise gerne Schokolade, Kugelschreiber oder Geld verlangt (Spoileralarm: er wollte Kulis und Geld). Das Mausoleum ist winzig, es passen vielleicht 50 Leute in die zwei Gewölbe, dennoch hat es den Stellenwert einer Synagoge. Bei einem anschließenden Einkaufsbummel decken wir uns mit getrockneten Feigen, Aprikosen, Maulbeeren und Pistazien auf dem Bazar ein, natürlich nicht ohne vorher alles ausführlich vorzukosten. Freunde der orientalischen Küche können hier definitiv viel Geld lassen.. mit Snacks bepackt fahren wir Richtung Kermanshah. Die Strecke führt durch weites Bergland, ab und zu sticht ein sattes Grün der Felder ins Auge. Wir besichtigen das Relief des Darius (2,5 Jahre Bauzeit damals, heute wird es seit 2014 wegen eindringendem Wasser restauriert..) und genießen kuschelige 39 Grad mit einem Becher Schwarztee (man soll ja schließlich was Warmes trinken!).
Die letzte Station vor Kermanshah, der Geburtsstadt meines iranischen Großonkels den ich hoffentlich noch treffen werde, ist "Taq e Bostan", die Gartengrotten mit weiteren Reliefs. Es kommt mir jetzt schon unfassbar heiß vor, dabei rechnen wir für morgen mit 46 Grad im Schatten.Die Hotels hier überraschen mich bisher sehr (ich sollte es nicht beschreien) aber ich habe nicht gedacht dass iranische 5 Sterne auch nur annähernd an das Gewohnte aus Deutschland heranreichen. Fast alle Mitreisenden haben auch Einzelzimmer und nach dem Einchecken gehen meistens am Zimmer die "Oh mein Gott schau Mal!" Rufe los. Verzückung pur, der Tag endete mit einem traditionellen Abendessen mit Panoramablick über das nächtliche Kermanshah. Auch hier gibt es Unmengen von Parks, der Zelttrend ist hier aber nicht so angekommen fürchte ich. Das Hupen aber schon! Mit dieser Geräuschkulisse (ja, auch im 5. Stock) verabschiede ich mich ins Bett. Mit Blick auf einen Pfeil an der Zimmerdecke, der mir die Richtung nach Mekka zeigt! Ich bin begeistert.

Tag 4

Es ist unfassbar warm. Schon als ich mich morgens um 6 anziehe ist mir heiß, in mehr oder weniger froher Erwartung auf die 46 Grad erhoffe ich mir von Seide einen Kühlungseffekt. Frühmorgens machen wir uns auf den knapp 600 km langen Weg nach Ahwaz, wir durchqueren die Provinz Luristan und sehen Nomaden, Berge und dazwischen immer mal wieder das satte Grün bewässerter Felder. Mein Sitznachbar und ich verrenken uns kollektiv, um aus dem fahrenden Bus gute Bilder durch die Fenster zu machen (Ob es funktioniert hat werden wir noch sehen..). Die Straßen sind hier super ausgebaut, mehrspurig und sogar die Tunnel wirken sehr zivilisiert (auf gut deutsch: ich habe keine Angst, dass sie mir auf den Kopf fallen). Ali, unser Fahrer macht seinen Job auch ziemlich gut, die Polizei hat uns schon zwei Mal aus dem Verkehr gewunken (1. Reza war nicht angeschnallt 2. Zu schnell gefahren) und Ali hat die Beamten auf charmant iranische Art bequatscht um die Strafe zu mildern (hat funktioniert!!).
Unser Mittagsziel ist Shoush (Susa), eine gigantische Ausgrabungsstätte mitten in der Stadt. Gefunden wurden hier bisher gerade mal 30% von dem, was man im Boden vermutet, dem iranischen Staat fehlt aber das Geld um das Verborgene zu Tage zu fördern. Nachdem wir bei 50 Grad in der Sonne schwitzend den Apadana Palast (bzw das Fundament) umrundet haben geht es weiter zu einem Stufentempel, Chogha Zanbil, der UNESCO Weltkulturerbe ist. Durch seine massive Bauart wurde er wenig beschädigt, wo kein Hohlraum ist kann ja schließlich auch nichts einstürzen. An beiden Punkten war unsere Gruppe komplett alleine.Schweißgebadet treten wir schließlich die letzten zwei Stunden Fahrt nach Ahwaz an, die Hitze fühlt sich fast wie Sauna an. Dementsprechend gerädert fühlt man sich danach auch, weil es den Körper unglaublich anstrengt. Morgen geht es dann über 600 km nach Schiras, wo wir ganze drei Nächte bleiben. Ich hoffe inständig, dass es dort zumindest ein bisschen kühler wird!


Tag 5

Meine Nacht in Ahwaz ist etwas unschön und schlaflos, da ich mir vermutlich einen leichten Sonnenstich zugezogen habe. Die Luft hier ist feucht und das in Kombination mit Hitze ist furchtbar, vor der Tür halte ich es kaum aus. Auch in den frühen Morgenstunden kühlt es nicht nennenswert ab, sodass der Bus als sicherer Rückzugsort fungiert.
Die Fahrt nach Schiras führt durchs Bergland, was hier zu sehen ist hat durchaus Postkartenpotential. Nur wissen vermutlich sehr wenige von dieser Schönheit. Nach einer Stunde Mittagspause halten wir in, Bischanpur, einer alten Sassanidenstadt und picknicken schließlich (leider nicht im Iran Style auf dem Rasen) mit Tee und Keksen, bevor die Fahrt nach Schiras weitergeht. Die Passstraße ist definitiv der interessanteste Teil, auch wenn man sich nach dem kompletten Fahrttag etwas beengt fühlt und einfach nur in die Dusche will. Schiras ist sehr schön und sehr belebt, hier werden wir die nächsten drei Nächte verbringen.
An der SIM-Karten Front herrscht inzwischen die glorreiche Erkenntnis, dass der Iran gar keine mehr an Touristen verkauft, also sind wir auf das abendliche Hotel WLAN angewiesen.
Ein Highlight mit Nahtoderfahrungen ist hier definitiv das Straßen überqueren. Wartet man brav nach deutscher Manier wird man geflissentlich ignoriert, man muss todesmutig voranschreiten und in Kauf nehmen, dass die Autos erst 30 cm vor einem bremsen. Trotzdem ist die iranische Mentalität eigentlich sehr höflich: man wird so gut wie nie aufdringlich angesprochen (außer von den Teppichhändlern, hier ist Vorsicht geboten...) und die Menschen sind unglaublich neugierig. Oft stellen sich Leute zu uns in die Gruppe, entweder weil sie deutsch verstehen oder weil sie wissen wollen, woher wir kommen. Auch diese Übergriffe erfolgen sehr schüchtern, die Iraner stehen im Notfall auch 10 Minuten still da bis sie angesprochen werden oder sich trauen zu fragen. Tatsächlich wünschen sich die Menschen hier auch mehr amerikanische Touristen, das sagen sie auch sehr offen. Man hängt sehr am Westen (alles von Fernsehen bis hin zu Nivea und L'Oreal Kosmetik).Morgen geht es wieder früh los, die
Nasir ol Molk Moschee wartet. Die Temperaturen sind endlich erträglich geworden (nur noch 35 Grad, es ist wunderbar) und ich werde mich nach diesem Urlaub definitv nie wieder über deutsche "Hitze" beschweren!


Tag 6

Dieser Tag ist bisher definitiv der schönste hier im Iran gewesen. Einen besseren Tagesbeginn als die Nasir-ol-Molk Moschee gibt es eigentlich auch nicht. Um 7 stehen wir in gewohnter deutscher Pünktlichkeit vor der Moschee um zu erfahren, dass sie erst in 30 Minuten öffnet. Nach einer Runde um den Block (oder auch: eine Runde durchs Gassenlabyrinth) sind wir die ersten, die reingelassen werden. "Wir" sind in diesem Fall meine Wenigkeit und zwei Mitreisende, der Rest zieht das Bett noch der Moschee vor. Als ich den Wintergebetssaal betrete ist es atemberaubende und berührend, ich kenne die schönen Bilder aus dem Internet aber dieser Anblick rührt mich tatsächlich fast zu Tränen. Das Licht ist noch nicht so weit fortgeschritten (um 10 Uhr etwa ist der ganze Raum hell) aber die Atmosphäre ist unfassbar. Die wenigen anderen Besucher sitzen alle still an die Säulen gelehnt da und beobachten das Schauspiel des Lichts. Keiner redet laut, alle sind irgendwie bezaubert. Diese ersten Minuten sind die schönsten, gegen 8 Uhr kommen mehr Leute. Trotzdem ist das Licht atemberaubend schön, man könnte stundenlang hinsehen. Dafür reicht aber leider die Zeit nicht, um noch frühstücken zu können geht es für uns zurück ins Hotel, wo wir den Rest der Gruppe mit den Bildern neidisch machen (ratet mal, wer morgen jetzt auch früh aufsteht).
Vormittags geht es dann in den Baq-e-Eram, einen persischen Garten. Nachdem meine Aquarellmalerei dort viele Iraner anlockt ist die Bedeutung von persischen Gärten hier nicht zu übersehen, man muss bedenken, dass der Iran ein Wüstenland ist. Dementsprechend gelten Gärten hier als tatsächliches Paradies.
Die nächste Station ist das Mausoleum von Hafez, auch hier umrundet von einem Garten. Nach weiteren Fotos mit Iranern finde ich keinen geeigneten Platz zum Malen und platziere mich mit meinem Reiseführer in den Schatten.
Eine echte Konkurrenz für Nasir-ol-Molk folgt nun: der Schrein des Ali ibn Hamzeh. Das ganze ist keine Moschee, gebetet wird hier trotzdem. Der Raum mit dem Schrein ist in zwei gleiche Teile geteilt, einer für Männer und einer für Frauen. Nachdem wir mit Tee und Keksen begrüßt wurden, werden uns die schweren Holztüren geöffnet. Was soll ich sagen, man kommt sich irgendwie vor als würde man direkt unter dem Sternenhimmel stehen. Die komplette Decke und alle Wände sind mit Spiegelstückchen besetzt und durch Lichtreflexe glitzert alles um einen herum. Der Männerteil und der Frauenteil sehen exakt gleich aus, hier herrscht eine sehr entspannte Atmosphäre, da viele hier einfach nur entspannen und nicht unbedingt beten. Eine iranische Fachkundige erklärt und den Sinn der Gebetssteine und beantwortet geduldig Fragen.Über Mittag geht es ins Hotel, da die Stadt ebenfalls Siesta macht (dem Trend schließe ich mich gerne an!) und frisch ausgeruht ziehen wir in Richtung Bazar. Nachdem mein Rucksack gefüllt ist und ich für den morgigen Trip nach Persepolis mit einem Sonnenhut ausgerüstet bin (man lernt ja aus Fehlern..) essen wir zu zweit für insgesamt 540.000 Rial, das sind nach unserem Wechselkurs etwa 6,40€. Mit Getränken und allem drum und dran. Auf dem Platz vor dem Bazar und neben der
Vakil Moschee sitzen wir noch lange und unterhalten uns mit neugierigen Iranern. Eine Straße weiter ist eine Art Fest und es ist viel los, der Freitag ist hier der Sonntag und Iraner lieben das Nachtleben, auch Kinder jeglichen Alters sind um 22 Uhr noch wach. Nachdem ich mein Geld gezählt habe (Ja, natürlich mit Taschenrechner..) geht es für mich jetzt ins Bett. An den Bildern des Tages kann ich mich immer noch nicht satt sehen. Dafür aber an der Anzeige an meiner Kamera, ich muss mich morgen wohl auf die Suche nach einer SD Karte machen. Solange zumindest die noch an Touristen verkauft werden, bin ich zufrieden!


Tag 7

Der Tag beginnt verhältnismäßig spät (Aufstehen erst um 7:30) und es geht direkt los in Richtung Pasargardae, eine alte Residenzstadt. Auch hier ist noch nicht mal die Hälfte der vermuteten Funde ausgegraben worden, wieder aus altbekannten Geldgründen. Nachdem wir das Grab des Kyros in touristischer Manier umrundet haben und viele Fotos mit iranischen Familien gemacht haben (vorzugsweise schicken die ihre Kinder aufs Bild) fahren wir weiter nach Nekropolis, hier Naqsh-e-Rostam genannt. Nekropolis ist (oh Wunder) ein griechischer Titel. Hier thronen in den Felswänden vier riesige, kreuzförmige Gräber bzw deren Eingänge, es sieht imposant aus und die Reliefs hier sind in einem sehr guten Zustand, wenn man davon absieht, dass Araber oder Nomaden gelegentlich paar Sachen kaputtgehauen haben. Die Gräber sind alle für persische Könige gebaut worden. Diese zwei Stationen reichen aber natürlich nicht an das Highlight nach der Mittagspause (die ich teuer im Buchladen verbringe) heran: Persepolis. Rucksäcke sind hier verboten, ich packe also meine Malsachen und Wasser in meine Buchladen-Tüte und ziehe behängt mit Kamera und Sonnenhut sowie mit einem Tuch um die Schultern los (am Ende sieht man noch meinen Zopf, nicht auszudenken was dann wäre!). Persepolis ist ein bisschen wie der Golestan Palast, man weiß nicht wo man zuerst hinschauen soll, das Beste ist aber definitiv, dass man mit einer VR Brille durchlaufen kann, die einem zeigt wie es früher aussah. Die Anlage ist riesig, direkt am Berg gelegen thront sie auf einem 13 Meter hohen Plateau (religiöse Gründe, gehört zum zoroastrischen Glauben). Wir schlendern durch die riesigen Säulenfelder, die früher imposante Paläste und Tore waren, bewundern steinerne Mischwesen und beeindruckend feine Reliefs. Man kann sich kaum satt sehen, vor allem nicht an der Darstellung der 28 Unterworfenen Völker: getrennt durch gemeißelte Zypressen sind all diese Volksgruppen abgebildet, jeweils mit Geschenken, es gibt alles von Strumpfhosen (ja, ernsthaft) bis zu Löwenbabys und Handtüchern oder Strickwolle (kennt vielleicht mancher von Weihnachten, die Löwen natürlich ausgenommen). 
Nach dem Bildungsteil lasse ich mich auf dem höchsten Plateau der Anlage nieder um zu malen. Schon nach 5 Minuten gesellen sich zwei einheimische Damen zu mir, die sich lautstark unterhalten und ihre Süßigkeiten mit mir teilen. Verständigen können wir uns schwer, die eine schnippst immer wenn sie mir was neues zu Essen in die Hand geben oder reden will. Sie spielt mir sogar iranischen Pop vor (ich tue natürlich begeistert!) und höre der Anderen bei einem dramatischen Telefonat zu. Offenbar verbindet Kunst tatsächlich, nach weiteren 10 Minuten sitzt nämlich eine Horde Iraner um mich herum, redet auf Farsi auf mich ein und begutachten mein Aquarellbild. Um mich herum entwickelt sich eine rege Unterhaltung in der es hauptsächlich um mein schlechtes Farsi geht und darum, dass ich deutsch bin, letzteres ist wohl so sensationell, dass gleich nochmal ein paar Iraner anrücken. Leider muss ich zurück zum Bus, zum Abschied werde ich umarmt und abgeküsst, als wären sie meine Familie. Ich wäre gerne noch länger geblieben. Auf der Suche nach Mitreisenden (danke an Klaus für das neongelbe T-Shirt!) machen wir uns auf den Heimweg. Die Sonne geht langsam unter und die Berge zu unseren Seiten färben sich rötlich. Im Iran ist der Freitag so wie bei uns der Sonntag, die Camper und Picknickfans sind also wieder unterwegs, hier vorzugsweise auf dem Autobahnkreisel, was gibt es schöneres?! Morgen liegt wieder ein Fahrttag vor uns, um die 500 km in Richtung Kerman. Es soll wieder wärmer werden, ich bin etwas alarmiert aber trotzdem voller Vertrauen in meinen neuen Freund: den Strohhut!


Tag 8

Der heutige Tag beginnt mit der Feststellung, dass das hiesige Brot gerollt mit Marmelade wir Pfannkuchen schmeckt. Das nutze ich auch reichlich aus, bevor es in den Bus geht. 570 km Fahrt nach Kerman stehen an, nur unterbrochen von der Besichtigung eines ehemaligen Jagdschlosses. Während der Fahrt bin ich kontinuierlich beeindruckt von den Straßen hier, eine sehr schöne Tradition hier sind die Bilder der Kriegsopfer. Sie zieren meistens Straßenränder, Kreisel oder Kreuzungen und sind nicht zu übersehen, meist Größe eines Werbebanners oder minimal kleiner. Teils sind die Bilder sogar handgemalt, gerade an den Mauern neben den Straßen. Von überall blicken einen junge Iraner an, zu einem gewissen Grad macht das sehr nachdenklich. Diese Bilder werden zu 100% vom Staat gefördert. Generell ist der Iran voller Kunst: kaum eine Mauer ist nicht bemalt, von persischer Schrift, Bildern von Landschaften, Tieren, den Revolutionsführern und persischen Motiven ist alles dabei. Ob das hier nicht strafbar ist habe ich noch nicht herausgefunden, bei der Qualität der Bilder, die herausragend ist, sieht es aber definitiv nicht nach Schmierereien unter Zeitdruck aus.
Nach viel Schlaf im Bus erreichen wir gegen 18 Uhr Kerman, hier verbringen wir zwei Nächte. Das ist auch gut so, aus dem Busfenster habe ich nämlich eine Konditorei erspäht, die mein erstes Ziel nach der Dusche ist. Der Laden fördert bei mir einen euphorischen Anfall zutage, überall ist Gebäck, kleine Törtchen und Torten, Süßigkeiten und alles was das Herz begehrt. Nachdem ich mich wieder geordnet habe, beginne ich mit dem taktischen Auswahlverfahren unbekannter Süßigkeiten und Gebäckteile, als ich mich schließlich schweren Herzens zur Kasse bewege (natürlich mit dem Vorsatz morgen wieder zu kommen!) trifft mich fast der Schlag wie unfassbar billig es ist. Für 2 Törtchen (die top aussehen, noch besser als in Deutschland), eine Flasche Guavensaft, eine Tüte voller Süßigkeiten und eine Box Gebäckteile zahlen wir zusammen 310000 Rial. Das sind nicht mal 3 Euro. Fassungslos gehen wir zurück in Richtung Hotel, begleitet von den wilden Fantasien meinerseits, gleich den ganzen Laden zu kaufen. Unterwegs kommen wir an einem Essensstand vorbei, als wir uns dem Besitzer als Deutsche offenbaren verfällt er in eine Lobeshymne auf Angela Merkel (da hat wohl die Politik falsche Zielgruppen erreicht aber der Iran ist ja auch schon was, man kann nicht alles haben..). Nachdem ein Händchen haltendes schwules Paar meine Verzückung hervorruft (nicht ohne Risiko so hier rumzulaufen, das wird schon bei heterosexuellen Paaren eigentlich kritisch gesehen) erreichen wir die Hotelterrasse und essen zum Abendessen unseren Kuchen. Das Hotel ist schöner als gedacht, vielleicht bin ich aber auch einfach nur mit vielen schönen Beleuchtungen bestechlich.Morgen besuchen wir eine Zitadelle und zwei Gräber sowie den Bazar hier in Kerman. Temperaturmäßig bin ich hier ganz zufrieden, es weht nämlich Wind. Mein Abendprojekt wird es, den Koffer sauber neu zu packen. Eventuell habe ich mir einen sehr schweren aber noch schöneren Persepolis Bildband gekauft, der mit Overlay Folien über die Ruinen zeigt, wie es damals aussah, der gerade meine Kleidung zerdrückt (meine schönen Kopftücher, um Gottes Willen!). Vielleicht hat der Kofferträger auch sehr geschnauft als er vor meiner Tür Stand. Schuldbewusst habe ich an den Bildband gedacht. Der wird wohl auf dem Rückflug ins Handgepäck wandern.


Tag 9

Nach einer kurzen Irritation, ob heute denn tatsächlich schon Sonntag ist (ich konnte es kaum glauben) beginnt für mich der Tag. Wir machen einen Ausflug nach Rayen, zu einer der größten erhaltenen Lehmzitadellen der Welt, die Größte liegt nur wenige Kilometer weiter und wurde leider bei einem Erdbeben vor ein paar Jahren schwer beschädigt, man hat kein Geld um sie anständig zu rekonstruieren (die Leier kennen wir ja langsam). Das Ganze wirkt wie eine orientalische Art von Burg, es gibt verschiedene Viertel für Arme, Reiche, eine Residenz, einen Exerzierplatz und eine Karawanserei, dazu einen der zoroastrischen Feuertempel. Nach der Besichtigung geht es weiter zum Bagh-e-Shazadeh, dem Prinzengarten. Er liegt als eine Art Paradies mitten in der Wüste, ist UNESCO Weltkulturerbe und für die Menschen aus dem Ort Mahan. Überall picknicken Familien im Schatten, der Garten ist terrassenförmig und sehr schön symmetrisch angelegt. Auf einer der Terrassen lasse ich mich zum Malen wieder, wie schon die Male davor ziehe ich so Einheimische an. Eine iranische Familie findet heraus, dass man mir ja Google Übersetzer Farsi-Deutsch einfach vor die Nase halten kann. Tja, was soll ich sagen. Dass Google Übersetzer nicht das zuverlässigste der Welt ist wussten wir ja, aber von den Satzkonstruktionen bin ich etwas entsetzt. Verstehen tue ich es trotzdem bedingt. Nebenbei führe ich eine Unterhaltung über deutschen Fußball (ja, da haben sie sich ja die Richtige rausgesucht. Wo war Klaus bitte in dem Moment? Der hat mir im Bus noch diverse Fußballergebnisse kund getan) und tausche mit einem kleinen Mädchen Nummern aus. Zum Dank schenkt sie mir ihr Armband, ich bin ernsthaft gerührt und danke ihr mit einem "Mamnun" und der Hand auf dem Herzen.
Die letzte Station für heute ist das Aramgah-e Shah Ne'matollah Vali, das Grab eines Sufis. Sufis werden auch Derwische genannt, der Sufismus ist an sich hochinteressant. Wer interessiert ist, mal Google befragen. Das hier ist ja ein Blog und nicht der Brockhaus.
Zurück im Hotel genieße ich die Dusche (während ich misstrauisch den Fön 30 cm weiter beäuge) und mache mich fertig für den Bazar von Kerman. Mit dem Taxi geht es hin (unfassbar billig hier, 20 min Fahrt ca 90 Cent) und wenig später wandle ich durch die Gewölbe. Nachmittags ist es noch eher leer, ich orientiere mich etwas und mache mit den anderen einen Treffpunkt fürs Taxi zurück aus. Dann finde ich ein schönes Kleidungsgeschäft (mir geht langsam die Abwechslung aus) und begutachte die Iranische Mode (tatsächlich teilweise echt schön). Als mir der Verkäufer den Preis für das Objekt meines Begehrens nennt bin ich, wie so oft, überrascht. Knapp 5 Euro für eine bestickte Tunika. Als ich mich schließlich zum Kauf entscheide passiert das, was ich schon oft gelesen hatte. Auf die Info hin, dass ich deutsch bin, sagt der Verkäufer "Arieri". Das muss ich vermutlich nicht erklären. Auf mein Nicken hin (ist ja uralte Sanskrit Kultur und nicht falsch) folgt dann "Heil Hitler". Bis ich verstehe dauert es etwas, ich lächle leicht entsetzt, leicht belustigt. Daraufhin gewährt mir der Mann 100.000 Rial Rabatt. Ich erwarte erst den typischen taroof, eine Art Höflichkeitsspiel, wo man so lange drängeln muss, bis derjenige sein Geld endlich nimmt. Ist es aber nicht, er erklärt mir, dass ich tatsächlich einen Preisnachlass bekomme. Ob das die Wirkung von Nazideutschland ist weiß ich nicht, ich bin noch etwas verstört, sehe es dann aber mit Humor. Hier denkt man, dass Hitler adligen Standes war und er wohl noch existiert. Nach diesem Erlebnis prüfe ich die Goldpreise beim Schmuck, der Händler tippt mehr Zahlen in seinen Taschenrechner als ich im gesamten Matheabitur und nennt mir immens hohe Preise. Ich kaufe also nichts, Reza meint später, dass ich wahrscheinlich übers Ohr gehauen wurde (Kette für umgerechnet 113€, hier schwer möglich).
Nach dem Abendessen wandere ich noch die Straße hinab zur Konditorei und decke mich ein zweites Mal mit persischen Süßigkeiten ein (Fluggepäck Ahoi). Vielleicht esse ich davor auch genug davon.
Morgen fahren wir nach Yazd, da soll es wieder heiß werden. Meine Begeisterung hält sich noch in Grenzen, dafür soll aber das Hotel unglaublich schön sein. Für Interessierte an der Kultur hier empfehle ich, wie oben genannt, den Sufismus und den Zoroastrismus.
Shab bekheir!


Tag 10

Frühmorgens fahren wir bereits los in Richtung Yazd. Die Landschaft ist flacher geworden und es wird ziemlich warm. Hier in der Nähe liegt die Wüste Lut, hier wird es im Sommer über 80 Grad heiß. Ich glaube, das ist sogar Rekord. Vorbei an Pistazienbäumen, deren Früchte wir reichlich käuflich erwerben, erreichen wir mittags bereits die Wüstenstadt Yazd. Wir haben ungefähr 40 Grad, in der Mittagshitze ist die Stadt quasi tot. Wasser wird hier aus Isfahan bezogen, seid etwa 30 Jahren ist der Boden hier staubtrocken, kein Grundwasser weit und breit. Dementsprechend habe ich bei meiner Dusche vorhin auch etwas verkürzt, seitdem ich von der Wasserknappheit hier weiß kann ich einfach nicht mehr entspannt lange duschen.. ist vielleicht auch gut so, Papa freut sich mit Sicherheit wenn das Zuhause so bleibt.
Die Mittagspause genießen wir im Innenhof des Hotels, hier ist ein kleiner persischer Garten mit Café. Wie im Iran typisch liegen wir auf etwas erhöhten, teppichbezogenen Plattformen unter den Bäumen, trinken Wassermelonensaft und essen Kuchen. Nachdem dann noch der Postkartenhändler im Hotel überfallen wird, weil er der einzige ist der in diesem Land endlich mal Briefmarken hat, geht es per Bus in die Altstadt. Die Hitze ist in der Sonne schwer zu ertragen, an den schattigen Straßenrändern drücke ich mich an den Wänden entlang durch die Gassen (jede überdachte Passage ist paradiesisch!). Die Wüstenstadt macht ihrem Namen alle Ehre: sandfarbene, mit einem Lehm-Stroh-Mix überzogene Häuser mit kleinen Innenhöfen, enge Gassen und eigentlich keine Fenster. Die Atmosphäre ist toll, auch wenn sich die Einheimischen erst gegen 17 Uhr aus ihren Häusern trauen. Auf einer Dachterrasse trinken wir kalten Granatapfelsaft und besuchen den Laden eines Zoroastriers bevor es zur Freitagsmoschee geht. Ein Buchladen dort lockt gefährlich aber ich wiederstehe tapfer! Die Freitagsmoschee und der Amir-Chaqmaq  Platz sind hier die Highlights, auf letzterem steht ein beeindruckendes Bauwerk, das sich beim Herumgehen als reine Fassade entpuppt. Schön ist es trotzdem, trickreich auch. Der Kauf einer Dose iranische Baklava schickt mich kreuz und quer mehrere Male durch eine Konditorei, die Kaufprozesse hier sind äußerst ausgefeilt. Nazideutschland verschafft mir hier keine Rabatte mehr, billig ist es ja bekanntlich trotzdem. Nach einem Abstecher in den Bazar (beim Drogerieangebot hier kann DM einpacken) und einem weiteren Wassermelonensaft besichtigen wir einen weiteren zoroastrischen Feuertempel. Ja, es gibt hier eine Menge davon, liegt daran, dass Zoroastrismus hier ewig Staatsreligion war. Vor dem Islam natürlich. Wer meinem Hinweis gefolgt ist weiß, dass Zoroastrier das Feuer anbeten. In dem Tempel ist eines, das seit sage und schreibe 700 Jahren brennt (oder zumindest glüht, angeblich zumindest). Ein spezieller Priester schürt es 3 Mal täglich mit Handschuhen und Mundschutz, um es nicht zu verunreinigen. Mittlerweile ist es dunkel und der Berufsverkehr macht die Heimfahrt sehr abenteuerlich (Ali konkurriert mit viel Möchtegern Formel 1, ironischerweise kennt das hier auch jeder Taxifahrer ziemlich gut). Morgen geht es nach Isfahan, was laut den Iranern definitiv die schönste Stadt des Iran sein soll. Neben Yazd. Ich bin hochgradig erfreut, da es in Isfahan kühler werden soll. Morgen brauche ich meinen Strohhutfreund trotzdem noch, wir besichtigen nämlich die Türme des Schweigens, hier haben Zoroastrier ihre Toten bestattet. Wie? Indem sie auf den Türmen von Aasgeiern zerfressen werden (damit das Fleisch nicht die Erde berührt) bis nur noch Knochen übrig sind. Das ging auch lange gut, bis sich irgendwann die Einheimischen beschwerten, wenn es Menschenfleisch regnete. Ich verstehe das schon, so einen Daumen oder Fuß (oder Schlimmeres) will man natürlich nicht auf den Kopf kriegen. Aber für den Notfall bleiben ja die guten alten Strohhüte.


Tag 11

Nach einem Frühstück im persischen Garten und einer Konversation mit australischen und neuseeländischen Touristen machen wir uns auf den Weg nach Isfahan, ein kleiner Stopp ist in Nain, wo eine der ältesten Moscheen im Iran zu finden ist. Die Nain Masjid Jame ist ebenso im Stil einer Wüstenstadt wie die Gebäude in Yazd, trotz ihres Alters ist sie immer noch teilweise in Betrieb. Ein weiterer Stopp an einem Supermarkt stimmt mich ausgenommen freudig, neben Mangosaft und Granatapfelsaft gibt's hier nämlich Schokolade im Tuben. Nachdem ich das Objekt der Begierde misstrauisch beäuge und in der Hand drehe, wird mir endlich die Schrift übersetzt und ich kann guten Gewissens zum Kauf schreiten. Mit meiner Schokolade, dem Saft und persischen TUC Keksen sowie einem persischen KitKat (hat alles zusammen in etwa soviel gekostet wie ein KitKat in Deutschland) gestärkt geht es dann auf die letzte Etappe. Gegen Mittag (also schön in der Hitze) erreichen wir Isfahan, halten kurz bei 2 der historischen Brücken über einen Fluss, der nicht mehr existiert. Ihr erinnert euch, das Wasser geht nach Yazd. Folglich zieht sich ein gigantisches, leeres, trockenes Flussbett durch die Stadt, die Ufer schön begrünt aber das Wasser fehlt. Künstliche Inseln liegen wie stillgelegte Vergnügungsparks im Flussbett, nachts eine dunkle Ecke für noch nicht verheiratete Paare bietend (für Drogensüchtige natürlich auch, das zerstört aber die Romantik irgendwie).
Nach einer Mittagspause und einer Dusche im Hotel mache ich mich auf die Suche nach dem Meydan-e-Emam, der öffentlich gekürte schönste Platz der Welt und das Zentrum Isfahans. Nachdem ich nach einer Stunde feststelle, dass ich mich A) verlaufen habe, B) im Kreis gelaufen bin (zum Glück will ich kein deutscher Offizier mehr werden) und C) die Karte falsch gelesen habe (ist aber auch nicht eindeutig auf welcher Straßenseite das Hotel liegt) besinne ich mich und gehe noch Mal los. Schließlich will ich ja Abendessen. Einen Vorteil hatte der Umweg aber, ich habe einen neuen Rucksack gekauft. Das Straßen überqueren alleine ist die Hölle, man muss tatsächlich einfach mitten auf die Straße laufen weil sonst echt keiner hält. Dann hupen sie alle wie verrückt, ob gebremst wird bleibt bis in die letzte Sekunde eine Überraschung. Nachdem man drüben ist muss man sich tatsächlich erst Mal freuen, dass man noch gesund und munter am Leben ist. Also gehe ich, nach neuer Kartenorientierung, erneut los. Als ich in einem dunklen, komischen Bazar lande und kein Ende in Sicht ist bereite ich mich mental schon mal darauf vor, ausgeraubt zu werden, nach dem Weg fragen ist hier unter männlichen Handwerkern etwas kompliziert. Schließlich erhebt sich neben mir ein geschmücktes Minarett und plötzlich weiß ich die Richtung. Vor mir öffnet sich der schönste Platz der Welt und in dem Moment ist er mehr als das. Ich, unfassbar erleichtert und glücklich, lasse mich inmitten von Familien und Jugendlichen am Wasser eines großen Brunnens nieder und genieße die Schönheit und die Atmosphäre. Kinder planschen, fahren Inliner, Familien picknicken und Freunde treffen sich. 
Neben mich gestellt sich eine Gruppe junger Iraner aus Mashad, wir machen Fotos, unterhalten uns und tauschen Instagram Namen. Kaum sind sie weg mache ich mich auf die Suche nach einem Restaurant, um Dizi zu probieren, eine Art Nationalgericht. Besonders weit komme ich aber nicht, ein Iraner mit Deutschkenntnissen hält mich an um eine kleine Konversation zu führen. Kaum bin ich fertig und flaniere an der großen Moschee entlang, laufe ich Hossein in die Arme. Er ist 28, spricht fließend Englisch und ist Architekt hier in Isfahan und Künstler sowie nicht praktizierender Muslim. Ich bekomme eine kleine Privatführung über den Platz, Infos zum Trauermonat der Muslime und zu persischer Kalligraphie. Auch hier werden Instagram Namen getauscht (ist hier populärer als WhatsApp), wir zeigen uns Bilder von unserer Kunst und unterhalten uns bestimmt eine Stunde, dann fahren wir zum ausgetrockneten Fluss um Melonensaft zu trinken. Als ich zu Ihm ins Auto steige zögere ich kurz, vertraue dann aber meiner Menschenkenntnis und dem Leitspruch "Wer nicht wagt der nicht gewinnt". Das war auch gut so, denn die Privatführung die ich bekomme ist es Gold wert. Hossein beantwort mir alle Fragen, die sich zum Iran so auftun (ja, es gibt schwule Mullahs) und ich beantworte seine (nein, man darf in Deutschland nicht die ganze Zeit hupen oder sagen, dass unter Hitler nicht alles schlecht war). Und ja, mit dem letzten meint er die Reichsautobahn.Es ist ein wunderbarer Abend, ich sehe Isfahan von einer Seite, die als Tourist selten möglich ist. Wir trinken Saft auf einer alten Brücke inmitten von einheimischen jungen Leuten, gehen unter den Brücken entlang durch leere Parks. Ab und an begegnen wir kleinen Gruppen, riechen verdächtigen Marihuanageruch und lauschen Musikern beim üben für die Feierlichkeiten im Trauermonat. Isfahan bei Nacht ist einfach nur toll, gegen 10 fährt Hossein mich zum Hotel zurück. Nach einem letzten Gespräch über die deutsche Rente bringe ich ihm "Gute Nacht" bei und er schüttelt mir zum Abschied höflich die Hand. Überwältigt von Eindrücken lege ich mich ins Bett und freue mich, den morgigen Abend nach dem Kulturteil mit Reza wieder mit Hossein Isfahan unsicher zu machen.


Tag 12

Pünktlich um halb 9 gehen wir bei angenehmen Temperaturen (ja, sowas gibt es hier auch) in Richtung Meydan-e-Emam oder auch Naqsh-e-Jahan genannt (Gott bin ich gestern umständlich gelaufen). Wir besichtigen die große Moschee und die Lotfollah Moschee, die auch Frauenmoschee genannt wird. Der Ali-Quapu Palast folgt, in dessen kühlen Innenhof ich einen meiner geliebten Wassermelonensäfte trinke. Von der Terrasse des Palastes hat man Blick über den kompletten Platz, morgens wirkt er im Gegensatz zum geschäftigen Treiben nachts etwas leer und ruhig. Nach dem 40-Säulen-Palast (Chehel Sotoon) ist der Kulturteil dann beendet und ich widme mich dem Safrankauf. Während man sich durch verschiedene Qualitätsstufen schnüffelt bekommt man Tee gereicht und eine Lehrstunde zur Safranpflanze. Diverse Euros leichter und mit dem Gefühl, als ruhe etwas heiliges in den Tiefen meines Rucksacks laufe ich durch den Bazar, auf der Suche nach einem Kalligraphiegeschäft. Das finde ich dann auch, nur sprechen die Ladenbetreiber kein Englisch und ich zu wenig Farsi, um mir dir wundervollen Zeichnungen zu übersetzen (ich will ja wissen was ich kaufe, am Ende ist's ein asiatisches Kochrezept). Ich beschließe, heute Abend mit Hussein herzukommen doch das Schicksal meint es gut mit mir. Keine 5 Minuten später sprechen mich auf dem Platz zwei Iraner an, Malid und Mohammed. Ich habe unfassbares Glück, denn Malid studiert englische Literatur (hallo Mama!) und spricht daher tolles Englisch und kann übersetzen. Die beiden erklären sich bereit, meinen Kauf zu unterstützen und übersetzen mir geduldig diverse Kalligraphien. Die Schönste lasse ich mir auf ein traditionelles Oberteil malen. Anschließend laden die beiden mich zum Mittagessen in einem der kleinen Bazarinnenhöfe ein, ich probiere das Gericht Kokoo Sabzi, eine Art Kartoffelpuffer aus Gemüse (sehr gut, jetzt verstehe ich langsam, wie Hossein es schafft hier vegetarisch zu leben..). Nachdem ich dann auch noch beim Souvenirkauf Unterstützung bekomme (und einen Preisnachlass, heute aber nicht durch Hitler) bringen Malid und Mohammed mich zum Hotel zurück, wo es in die Mittagspause geht (vielleicht sieht es dank den vielen Einkaufen bei mir aus wie Kraut und Rüben, vielleicht aber auch nicht...).
Gegen 18 Uhr erreiche ich nach abenteuerlichen Straßenüberquerungen das Café, indem ich Hossein treffe. Er stellt mir seine Freunde vor und wir essen Kuchen. Ich lerne Asghar kennen, sein Lieblingsbuch ist "Mein Kampf". Zu dritt ziehen wir durch den Bazar, die beiden zeigen mir uralte Innenhöfe, die früher prunkvoll gewesen sein müssen und in die ich mich alleine nicht gewagt hätte. Asghar kennt hier gefühlt jedes Geschäft und die Geschäftsführer sind alle seine Freunde (sagt er zumindest wenn er sich hinter die Verkaufstresen schiebt). Nachdem ich dann einen schönen orientalischen Ring erworben habe kaufe ich aus mentalen Unterstützungsgründen einem iranischen Musiker sein erstes Album ab, hier etwas zu publizieren ist wohl unfassbar schwer und dementsprechend besonders ist das Resultat. Nachdem ich mich endlich vom wunderschönen nächtlichen Meydan-e-Emam (der Bazar ist komplett drum herum) losreißen kann, bringt Hossein mich zu einer der Brücken. Mit einem Safraneis sitzen wir am ausgetrockneten Fluss und bewunderen die beleuchtete Brücke. Unter den Bögen ist ein kleines Zentrum persischen Nachtlebens; Männer singen persische Lieder und alle hören gebannt zu, Pärchen stehen versteckt in Nischen und die Kinder sind natürlich auch noch alle wach, alles in gelbes Licht getaucht. Schließlich ist es spät und Hossein setzt mich am Hotel ab, ich bedanke mich herzlich für alles, was er mir an den zwei Abenden gezeigt hat. Ohne ihn hätte ich Isfahan wahrscheinlich komplett anders erlebt. All diese Leute hier zu treffen war genau einer von den Vorteilen, die ich dem Alleinreisen zuordne. Man muss sich öffnen und wird dafür mehr als belohnt. Ich habe mich hier keinen einzigen Moment alleine gefühlt. Morgen fahren wir, mit Zwischenstopp in Kashan, zurück nach Teheran. Am Freitag werde ich dort meinen Großonkel treffen, ich freue mich sehr und bin gespannt, auch wenn ich Isfahan gerne länger genossen hätte. Hier gibt es ein sehr schönes Sprichwort, das die Einzige oft benutzen: Isfahan-nesf-e-jahan. Übersetzt bedeutet das: Isfahan ist die halbe Welt. Das kann eine Stadt von derartiger Schönheit durchaus von sich behaupten.


Tag 13

Meine erste morgendliche Begegnung ist eine Gruppe deutscher Touristen im Fahrstuhl. Nachdem ich gefühlte 5 Stunden später dann auch mal realisiert habe, dass einen halben Meter neben mir deutsch gesprochen wird, wünsche ich einen guten Morgen. Sofort werde ich mit einbezogen, der Großteil der Gruppe kommt aus NRW und als ich erwähne, dass meine Großeltern auch im Kölner Umland wohnen (hallo Oma und Opa!) habe ich den Jackpot dann geknackt. Alle sind hellauf begeistert (ich verstehe bis jetzt nicht ganz warum) und am Buffet kommt aus diversen Ecken ein aufgeregtes "Schatzi, schau Mal!! Sie hat Großeltern in der Nähe von Köln!!". Nach diversen Konversationen über meine Heimat (nein, nicht Köln) und den Wohnort meiner Großeltern (ja, sehr schön) kann ich endlich frühstücken. Asghar verleiht mir derweil über WhatsApp den Award "Best german tourist". Womit ich den verdient habe weiß ich nicht genau, entweder mein historischer Vortrag über Adolf Hitler in Deutschland und die Rassentrennung oder die Tatsache, dass ich im Geschäft von seinem Freund gekauft habe. Eines von beidem wird es schon sein.
Die Koffer werden in den Bus geladen und wir fahren nach Jolfa, das armenische Viertel von Isfahan. Hier konnten armenische Christen ungestört leben und haben dort ihre Kirchen und Schulen, auch wenn sie die Kirchen von außen als Moscheen tarnen müssen. Wir besichtigen eine dieser versteckten Kirchen, die Vank-Kathedrale. Sie kann definitiv mit den schönen Moscheen mithalten, nach einem Besuch des armenischen Museums geht es zurück ins Zentrum und wir schauen uns die gigantische Freitagsmoschee an. Ich mache mich danach auf die Suche nach etwas Essbarem für die Fahrt zurück nach Teheran (blöde Idee, wenn man mitten im Kleidungsbazar steht). Schließlich finde ich in einer Gasse einen Obsthändler, als ich brav den verhüllten Damen hinterher trabe. Gut versorgt fahren wir nach Teheran, in der Mitte der Strecke ist ein Stopp in Kashan. Dort sind diverse alte Kaufmannshäuser, deren Besuch sich sehr lohnt. Doch mein Highlight ist ein Hamam, ein traditionelles Badehaus (natürlich für Männer). Es ist nicht mehr in Betrieb, sodass auch ich hinein darf. Ich lasse mich von unzähligen Mosaiken, Kacheln, Ornamenten und Kuppeln verzaubern während im Hintergrund kleine Brunnen plätschern. Im Hamam lerne ich zwei Backpacker Frauen kennen, die zusammen 4 Wochen ohne Gruppe reisen, eine kommt aus Hamburg und die andere aus Gent. Wir unterhalten uns gut und tauschen Infos über unsere Reiserouten und Empfehlungen aus, danach inspiziere ich unter misstrauischem Schnüffeln die Shops mit dem Rosenwasser. Kashan ist dafür bekannt, das Rosenwasser, mit dem die Kaaba gewaschen wird, stammt ebenfalls von hier. Man geht an den Läden vorbei und muss diversen Händlern ausweichen, die einen mit Duftproben betupfen wollen. Statt Rosenwasser kaufe ich mir aber lieber den Divan von Hafez.Den Rest der Strecke verbringe ich mit Essen, Schlafen und Lesen, bis wir zum Tanken halten. Ich schaue zu wie Ali tankt und freue mich, dass der gute Mann ausnahmsweise mal nicht raucht. Tja, was soll ich sagen. In dem Moment zündet er sich genüsslich eine Kippe an und meine Augen streifen das große "No Smoking" Schild inklusive Tankwart davor. Etwas panisch berichte ich das ganze Klaus, der erzählt mir was von Gesetzen der Physik (da ist er bei der ganz Falschen, das weiß er nur noch nicht..) und ich hoffe einfach, dass wir nicht in die Luft fliegen. Regine informiert mich von hinten, dass Ali das schon die ganze Reise macht und ich bin natürlich mit dieser Info ungemein beruhigt. Das Tanken habe ich aber überlebt, gegen 19 Uhr erreichen wir im Sonnenuntergang Teheran. Das Hotel kenne ich ja schon von Anfang an, ich freue mich darauf, morgen ausschlafen zu können. Mein Großonkel holt mich nämlich erst um 10 Uhr vom Hotel ab, ich glaube das ist der späteste Start in den Tag den ich auf der ganzen Reise hatte! Den restlichen Abend sinniere ich, ob ich meinen Sonnenhut in den Koffer kriege (eher nicht) und ob ich auch auf einem Lufthansa Nachtflug Essen bekomme (Notfallration kommt in den Rucksack, ich muss Lea fragen). Ich bin sehr traurig, dass morgen schon mein letzter Tag in diesem Land ist, ich wäre unglaublich gern länger geblieben.


Tag 14

Mein letzter Tag im Iran beginnt mit einem Frühstück auf der Dachterrasse des Hotels mit Bergpanorama, welches durch den Smog schemenhaft erkennbar ist. Danach packe ich meine Sachen und werde etwas nervös, je näher es auf 10 Uhr zu geht. 15 Minuten früher platziere ich mich in der Lobby (das Zeitbewusstsein von Iranern ist etwas sehr Schwammiges) und warte auf meinen Großonkel. Verhältnismäßig pünktlich kommt er dann auch, einen wunderschönen Strauß Rosen für mich in der Hand. Er begrüßt mich herzlich und wir machen eine Rundfahrt durch Teheran, bis an die Berge heran. Zwischendurch halten wir und ich bekomme Unmengen von Safraneis (es ist einfach unfassbar lecker, auch nach 6 Kugeln), bevor es zum Mittagessen geht. Wir unterhalten uns viel, er freut sich sehr über Familienfotos auf meinem Handy und wir verbringen die Zeit bis zum späten Nachmittag zusammen. Der Abschied ist sehr traurig aber dennoch herzlich, ich weiß ja nicht ob ich ihn wieder sehe. A) durch die Tatsache, dass er auch nicht mehr so gesund ist und B) durch seine Prognose eines drohenden Bürgerkriegs, denn er wird das Land nicht verlassen, dass er den selben Gedanken hat ahne ich. Dennoch verspreche ich zurückzukommen, egal wann das sein mag.
Nachdem ich im Hotel die Rosen versorgt habe mache ich mich auf den Weg zur ehemaligen amerikanischen Botschaft (hier fand die Geiselnahme statt), deren "Anti Amerika" Ausstellung leider geschlossen hat (ist ja heute Wochenende hier). Hinter der Botschaft ist ein Kunstpark, hier lasse ich mich nieder und überlege, was ich bis zum Abendessen noch mache. Meine Entscheidung fällt auf einen Park im Univiertel, mit einem interessant beschleunigenden (ok, ich habe zwar keinen Führerschein aber es fühlt sich ungut an) Taxifahrer bin ich nach 10 Minuten Slalomfahrt und Hupen dort. Erfreulicherweise findet dort sogar ein kleiner Flohmarkt statt, es ist mir aber viel zu voll. Freitags ist hier gefühlt ganz Teheran draußen, ich finde auf Anhieb einen Taxifahrer und nenne ihm den Bagh-e-Negarestan (wer aufgepasst hat weiß, dass alles mit -Bagh ein Garten ist!). Am Anfang findet der gute Mann das Ziel auch gut, während der Fahrt beginnt er aber, mir den Fernsehturm oder diverse Museen vorzuschlagen. Da er kein Englisch kann verneine ich kontinuierlich, das findet er nicht so lustig und ich fange schon an mich mit dem Gedanken anzufreunden, zwangsläufig zum Fernsehturm gebracht zu werden. Tatsächliche lässt er sich aber doch noch zu dem Garten bekehren. Ich lasse mich dort in einem Cafe nieder, trinke einen "Cocktail" aus Granatapfelsaft, Sauerkirsche und Limette während ich Hafez lese. Danach schlendere ich durch den Garten und setze mich an einen kleinen Teich, kurz darauf gesellt sich eine iranische Familie neben mich. Während ich schon überlege, mich taktisch woanders hin zu verlegen, werden mir Tee und Datteln angeboten. Ich nehme dankend an und komme mit einer jungen Mutter ins Gespräch. Nachdenklich, durch die politischen Gespräche mit meinem Großonkel frage ich sie nach ihrer Meinung und tatsächlich wollen viele Iraner das Schah-System zurück. Dass sich etwas ändert wollen sie alle, ich hoffe nur zutiefst, dass es kein Bürgerkrieg sein muss, der das auslöst. Nachdem ich ihr als Dank eines meiner Aquarellbilder schenke, suche ich ein Taxi. Da vor mir Stau ist, ist das ziemlich einfach, man muss nur zu allen gelben Autos gehen und hoffen, dass man zwischendurch nicht von einem Motorrad attackiert wird. Die Rückfahrt ist fast noch abenteuerlicher, bevor die gute Frau überhaupt Mal ihre Brille aufsetzt sind wir schon durch bestimmt 10 Gassen gefahren, bei denen ich mich wieder von meinem Geld und Handy verabschiede. Trotzdem schaffen wir es bis zum Hotel. Ich jammere ja gerne über den Verkehr hier, tatsächlich muss man aber sagen, dass hier viiiiel weniger Unfälle passieren als man denkt. Malid hat es so beschrieben:"Es ist, wie durch Bosnien zu fahren. Überall laufen Kühe über die Straße, die nicht denken können" (hierbei erwähne man, dass er gerade zum dritten Mal durch die praktische Prüfung gefallen ist). Wiederholen kostet aber hier "nur" um die 3 Euro.Im Hotel geht es dann zum Abendessen. Ich bin traurig, dass ich heute Nacht weg muss, ich wäre so, so gerne geblieben. Ich fühle mich hier in einem kleinen, aber dennoch elementaren Teil Zuhause. Dieses Land gibt unfassbar viel zurück, wenn man mit offenem Herzen ankommt und sich nicht aus Angst verschließt, den Respekt darf man dabei nie vergessen. Pünktlich, während ich das hier tippe, fängt in den Straßen Teherans ein Trauergesang im Rahmen des Trauermonats Muharram an. Der Iran hat mich so tief berührt wie kein anderes Land, in dem ich je war, auch wenn das dramatisch klingt ist es genau das, was ich fühle. Ich hoffe sehr, dass ich bald zurückkommen kann, wenn die politische Lage es zulässt. Auch wenn das Land viele große Probleme hat, über die man hier nicht hinwegsehen darf, bin ich hier unendlich glücklich.




“This place where you are right now, God circled on a map for you.” 

– Hafez